Sind Zensuren nützlich?

11. Oktober 2007 . Axel

Die Frage der Leistungsbewertung ist ein thematischer Dauerbrenner und hat uns hier schon öfter beschäftigt. Gestern erhielten wir eine Anfrage von Prof. Dr. H.-J. Günther. Mit seinem (hoffentlich) Einverständnis machen wir den Text öffentlich und laden die geneigte Leserschaft zur Diskussion.

Prof. Dr. Günther schrieb uns:

Ich finde es erzieherisch nicht sinnvoll, erst im letzten Jahr Zensuren zu verteilen. Wie wollen Sie sicher stellen, dass wenn die ersten Noten gleichzeitig “schlechte” Noten sind, die Kinder nicht zusätzlich deprimiert sind und in ein Motivationsloch fallen, dass sie an der neuen Schule behindert?

Ein gewisser Lernerfolg anhand der herkömmlichen Notenvergabe (wie es dann auch in der neuen Schule ist) sollte doch gegeben sein.

Mit freundlichen Grüßen,
Prof. Dr. H.-J. Günther

4 Kommentare
  1. Stefan sagt

    Lernerfolg und Notenvergabe haben m.E. zunächst einmal nichts miteinander zu tun. Die Frage ist, ob Zensuren notwendig/nützlich sind, um die Schüler über ihren Lernerfolg zu informieren/zum Lernen zu motivieren.

  2. Axel sagt

    Also lautet die Überschrift eigentlich: Sind schlechte Noten nützlich?

  3. Sabine sagt

    Ich bin Lehrerin der älteren Stammgruppe an dieser Schule und meine folgendes:

    Unsere Kinder wissen genau, was sie können und was sie nicht können. Sie kennen ihre Stärken und Schwächen ohne Benotung und gehen freiwillig an die Überwindung ihrer Schwächen.
    Wir üben das kritische Selbsteinschätzen von Beginn an durch Reflektionen. Diese erfolgen nicht nur durch den Lehrer, sondern auch durch die Mitschüler. Die Kinder testen sich selbst und wissen, welcher Zensurenwert ihren Leistungen gegenüber steht.
    Ich finde es erzieherisch nicht sinnvoll, Zensuren frühzeitig zu verteilen. Lernmotivation erfolgt nicht durch Zensurenvergabe. Unsere Schüler lernen nicht für oder wegen der Noten. Sie wollen lernen. Diese Motivation kommt von innen und steckt in jedem Kind. Es kommt darauf an, sie zu wecken und zu erhalten. Und das geht – meiner Meinung nach – nicht mit Zensuren.

  4. Sabine sagt

    Und da auch wir “Großen” freiwillig an der Überwindung unserer Schwächen arbeiten: es heißt im Deutschen “Reflexionen” und nicht “Reflektionen”. Wieder was gelernt… :-)

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